Das Fotoarchiv der Stiftung

Das Archiv der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora verfügt als Ergebnis einer dreißigjährigen Sammlungstätigkeit über einen Bestand von ca. 10.000 historischen Fotografien. Damit ist es der älteste große Sammlungsbestand an einer deutschen KZ-Gedenkstätte. Es handelt sich um Fotografien aus der Zeit des Aufbaus sowie des Bestehens der Konzentrationslager Buchenwald und Mittelbau-Dora (1937-1945), um Aufnahmen verschiedener Provenienz aus der Zeit unmittelbar nach der Lagerbefreiung, um Fotos, die unmittelbar nach der Auflösung des sowjetischen Speziallagers Nr. 2 (1945-1950) entstanden sind, um Porträts (überwiegend von Häftlingen der KZ), den unterschiedlichen Gestaltungen und der Nutzung der "Nationalen Mahn- und Gedenkstätte" der DDR (1945-1990) und der Neugestaltung ab 1990 sowie um Teilarchive einzelner Fotografen bzw. um Nachlässe von Überlebenden.

Digitalisierung des Fotobestandes

Im Rahmen eines im August 2004 begonnenen und von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanzierten Forschungsprojektes wurde dieser bislang nur in Teilen erfasste und weitgehend ungeordnete Bestand historiographisch umfassend erschlossen, nach dem Provenienzprinzip verzeichnet und digital inventarisiert.
Das Projekt hat Modellcharakter für andere Gedenkstätten und Archive, in denen generell eine gründliche Revision der Fotobestände ansteht. Mit der Sammlung fotografischer Zeugnisse von NS-Verbrechen und der Nutzung für Ausstellungen oder pädagogische Zwecke stehen sie in einer besonderen Verantwortung. Durch das Forschungsprojekt wurden die Voraussetzungen geschaffen, langfristig den gesamten Fotobestand zum KZ Buchenwald, soweit es urheber- oder lizenzrechtliche Belange erlauben, als dynamisch ergänzbare, digitale Datenbank mit personellem Zugang über das WWW für Fachleute, Pädagogen oder interessierte Laien zur Verfügung zu stellen. In einem ersten Schritt werden 500 ausgewählte Fotografien präsentiert.

Pädagogische Angebote

Der Online-Katalog des Fotoarchivs der Stiftung ist auch eine Offerte an Schüler, Studenten und Lehrer, das angebotene Bildmaterial im Unterricht oder beim Studium zu nutzen. Die pädagogische Intention des Projekts beschränkt sich jedoch nicht auf eine reale Bereicherung des Unterrichtsmaterials durch entsprechende, leicht reproduzierbare Bildinhalte. Die Bilddatenbank soll als Aufforderung zur bewussten Auseinandersetzung mit historischen Fotos als Quelle gesehen werden: Im weitesten Sinne geht es um die Sensibilisierung für einen medienkritischen Umgang mit historischen Bildern.
Das gesamte Projekt wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Die Bearbeitung erfolgte durch den Historiker Holm Kirsten.